Schuhtrend 2009

Das Magazin für Mode, Faschion und Damenbekleidung

Schuhtrend Sommer, Herbst und Winter 2009

Neben Ballerina-Schuhen (von Verehrerinnen und Hassern auch liebevoll "Tempelflitzer" genannt), die sich auch in der zweiten Sommersaison hartnäckig beim weiblichen Fußvolk erfreuen, wird ein neuer Schuhtrend in diesem Sommer sichtbar.

Was mit viel Enthusiasmus und Stolz bereits bei den modisch viel aktiveren und (leider auch modisch treffsichereren) skandinavischen Nachbarinnen vorgezeigt wird, findet seinen Ursprung in der römischen Frühgeschichte: Römerlatschen und Gladiatoren-Schlappen.

Wer in diesem Sommer modetechnisch Akzente zum Thema Fuß setzen möchte, wird an diesen Schuhen nicht vorbeikommen. Was seit Jahren in dezenter Form für Büro und Freizeit als Riemchensandalen zum Tragen kommt, findet diesjährig seinen Höhepunkt in unendlich vielen Riemchen, deren Ende sich erst am Sprunggelenk in Form von metallischen Schließen und dezenten Druckverschlüssen aufzeigt. Zelebriert man ihre Form im Ursprung, kommt man an wunderbar weichem braunem Kalbsleder nicht drum herum. Möchte man diesem Trend noch eines draufsetzen und vielleicht auch der abendlichen Dress besser anpassen, gibt es diese Schuhe natürlich in Lack, mit Strassbesatz, Metallornamenten im Antiklook oder in der farbigen Ausführung. Der Klassiker ist natürlich schwarz, gefolgt mit metallisch-glänzenden Interpretationen in silber und gold. Aber auch die Trendfarbe lila folgt hier auf dem Fuß.

Mit einem kleinen Exkurs in die Historie dieser Schuhe sei darauf verwiesen, dass - neben der kostenbewussten Herstellung dieser Schuhe - diese in erster Linie der Bequemlichkeit und dem Schutz der Fußsohle dienen sollten. Dass sie Frauenfüße und Frauenbeine optisch vorteilhaft zur Geltung bringen sollten, stand leider nicht in der Anforderungsbeschreibung. Dies hatte vermutlich auch damit was zu tun, dass damals Männer als Zielgruppe für dieses Beinkleid im Vordergrund standen. Rückblickend schließt sich damit auch der Kreis und jeder Frau wird klar, daß die in den meisten Fällen sehr pragmatischen Herangehensweise der Männer zum Thema Schuhe ("Sie müssen halt passen und lang halten.") eigentlich nur historisch gewachsen ist. Natürlich entschuldigt das aber bis heute nicht das verächtliche Kopfschütteln beim Vorstellen des neuen "Frauenschuhschrankes" in der heimischen Frauenrunde, welches in der Regel noch mit dem Zusatz: "Das sind jetzt aber nur die Schuhe für den Sommer. Die Herbst- und Winterkollektion steht im Keller."

In diesem Zusammenhang sei ein wichtiger Ratschlag an die Freundinnen nicht vergessen:
Im Hinblick auf die nie endende Selbstreflexion in Zusammenspiel mit Waage und Spiegel sei darauf verwiesen, dass Römerlatschen natürlich das Bein von der Fessel an optisch stauchen. Sollte man sich also nicht den Modellmaßen und Beinlängen angehender und bestehender Superstars erfreuen, ist es unbedingt empfehlenswert, diese Schuhe nur mit einem Absatz zu tragen. Bei geübten Trägerinnen wird dadurch natürlich die eigene Gangart optimiert, zum Anderen strecken natürlich Absatzschuhe bekanntermaßen das Bein und geben der Trägerin das nötige Selbstbewusstsein, die Geschichte nach bestem Wissen und Gewissen und zum einen Vorteil neu interpretiert zu haben.

Dass dem Interpretationsfreiraum und somit der menschlichen Phantasie keine Grenzen gesetzt sind, zeigen leider auch fehlgeleitete Ausführungen der Römerlatschen, denn zugegebenermaßen haben Riemchen und Schnürvorrichtungen, die kurz unterm Knie enden nur was in der Männerphantasie und nicht unbedingt auf den Straßen zu suchen.

Neben wirklich, wirklich wenigen Frauen, die diese Schuhe (oder sind es schon Stiefel?) tragen können, gesellen sich wirklich, wirklich viele, die es lieber nicht tun sollten oder nur gute Freundinnen mit zum Schuhkauf nehmen sollten. Fesselspiele sollten in den eigenen vier Wänden verbleiben und sich nicht den durchaus kritischen - und in der Regel destruktiven - Kommentaren weiblicher Schuhliebhaber und männlicher Fußliebhaber ausgesetzt sehen.

Ein weiterer Trend, deren massenwirksame Durchsetzung aber noch abzuwarten gilt, ist die Sommerinterpretation der Ankle-Boots. Nennen wir es vorsichtig: Cowboy-Stiefletten.

Nach drei Winterkollektionen zum Thema Stiefel, deren Variation sich nur noch zwischen Absatzhöhe, Stiefelspitze oder -rundung, Schnürung, Lochmuster oder Fesselschließe abspielte, folgten diesen Herbst/Winter Ankle-Boots. Ankle-Boots sind halbhohe Stiefel, die am Fußknöchel - namensbedingt - ihr Ende finden. Der Abschluss folgt hier entweder in Form einer Schnürung, eines Reißverschlusses oder einer umgeschlagenen Falte in Leder, gern auch versehen mit Fransen, um dem Wild-West-Look Rechnung zu tragen. In der Regel sind Ankle-Boots aus Kalbsleder, Lederimitaten oder Wildleder.

Da sich Schuhe mit hohem Absatz bei Trägerinnen und Betrachtern anhaltender Attraktivität erfreuen, und Ankle-Boots für die ganz Modemutigen im Winter auch ein unbedingtes "Muß" verkörperten, kommt nun die Sommervariante. Einfach darstellt, muss man sich nur den ledernen Schuhkorpus wegdenken und ersetzt ihn durch ein dezentes Lederriemchen oder andere zierende, haltgebende Ornamente (z.B. Perlenschnüre o.ä.) auf dem Spann. Der Fransen-Look der Fessel, wird nun in den Sommer transportiert und fertig ist ein weiterer Trend. Da leider durch dieses modische Highlight die übrige textile Gestaltung der Trägerin thematisch stark beeinflusst ist, bleibt abzuwarten, ob dieser Trend optisch wahrnehmbar wird oder nicht.

Auf jeden Fall kann der Sommer kommen, die Schuhindustrie ist gewappnet und ab August/September müssen wir uns ja bereits wieder mit Herbst/Winter-Kollektionen auseinandersetzen.


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